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Creative Automation

KI-Agenten entlang des Ad-Prozesses: Rollen und Übergaben

Der Ad-Prozess hat sechs Übergaben, nicht fünf Schritte. Wo Agenten heute zuverlässig entscheiden, und wo bewusst der Mensch bleibt.

Fabian Giessler
Fabian Giessler

Gründer, Scalemaker

· 6 Min. Lesezeit

Inhaltsverzeichnis

Wenn Teams über KI-Agenten im Ad-Prozess sprechen, geht es meistens um einen einzelnen Schritt: einen Agenten, der Creatives generiert, oder einen, der Anzeigentexte schreibt. Nach zwei Jahren Arbeit an genau solchen Systemen ist unsere Beobachtung eine andere. Der Prozess von SNOCKS, der heute 240 Ads in 45 Minuten ausspielt, ist keine Kette aus schlaueren Einzelschritten. Er ist eine Kette aus Übergaben, die vorher jede für sich Zeit gekostet oder Fehler produziert haben.


Der Ad-Prozess hat sechs Übergaben, nicht fünf Schritte

Ein Creative entsteht, es wird abgelegt, es bekommt ein Naming, es wird einer Kampagne zugeordnet, es wird konfiguriert, es geht live. Jeder dieser Punkte klingt nach einem Schritt. Tatsächlich ist jeder Übergang eine Stelle, an der Information verloren gehen kann: Welches Format hat die Datei, welcher Markt, welche Sprache, welcher Test gehört dazu. Bei SNOCKS lief das früher über Dateinamen und Zuruf im Team. Der Dateiname trug die Information, und wenn er falsch war oder fehlte, war sie für den Rest des Prozesses weg.

Ein Beispiel: von der Datenbank in den Ads Manager

Nehmen wir die Übergabe zwischen der Creative-Datenbank und dem tatsächlichen Launch. Die Datenbank weiß, welches Creative zu welcher Kampagne gehört. Der Ads Manager braucht darüber hinaus ein Placement, ein Targeting, ein Budget und eine Laufzeit, Felder, die in der Datenbank oft als Freitext oder gar nicht existierten, bevor der Konfigurations-Layer gebaut wurde. Ohne diesen Layer musste jemand diese Felder bei jedem Launch neu im Kopf ergänzen, und genau dort schlichen sich die typischen Fehler ein: ein Placement, das für den Markt nicht zugelassen ist, ein Budget, das aus der falschen Zeile kopiert wurde.


Wo ein Agent heute zuverlässig entscheidet

Innerhalb eines einzelnen Schritts sind sowohl Automatisierungen als auch Agenten heute robust, wenn die Eingabe sauber definiert ist. Ein Modul, das ein hochgeladenes Bild erkennt und eine ID vergibt, hat kaum Interpretationsspielraum: Datei da, ID vergeben. Ein Agent, der einen Anzeigentext auf eine bestimmte Zielgruppe zuschneidet, hat mehr Spielraum, aber immer noch eine klar umrissene Aufgabe mit einem prüfbaren Ergebnis.

  • Asset-Erkennung und automatische ID-Vergabe beim Ablegen einer Datei
  • Naming nach fester Konvention, sobald die Metadaten einmal sauber erfasst sind
  • Vorschläge für Anzeigentexte auf Basis bestehender High-Performer
  • Zusammenfassen von Kampagnendaten aus mehreren Märkten in ein Format

Wo wir bewusst keinen Agenten entscheiden lassen

Zwei Stellen im Prozess bleiben bei uns immer manuell bestätigt, auch wenn eine Automatisierung sie technisch übernehmen könnte: das finale Naming vor dem Launch, weil ein falscher Marktcode eine Kampagne im falschen Land ausspielt, und der Budget-Commit, weil ein falsch übernommener Wert sofort Geld kostet und nicht erst am Monatsende auffällt. Beides sind Stellen, an denen ein Fehler nicht "irgendwann bemerkt" wird, sondern sofort und mit Kosten.

Interessant ist, dass diese beiden Stellen bei SNOCKS nicht zu Verzögerung geführt haben, obwohl ein Mensch weiterhin bestätigt. Der Grund: Die Bestätigung ist eine einzelne, klar sichtbare Übersicht kurz vor dem Klick, kein erneutes Durchklicken jedes einzelnen Feldes. Der Konfigurations-Layer zeigt Markt, Budget und Naming gebündelt an einer Stelle, das Team prüft in Sekunden statt in einer erneuten manuellen Eingabe. Die Kontrolle bleibt beim Menschen, ohne dass sie den Zeitgewinn der Automatisierung wieder auffrisst.

Einfach mega, was die Jungs für uns aufgesetzt haben. Das System spart uns nicht nur Zeit, es hat die Art verändert, wie wir über Ad-Produktion nachdenken.
Johannes Kliesch, Founder SNOCKS

Was eine Übergabe braucht, damit sie nicht bricht

Aus der SNOCKS-Implementierung und aus kleineren Projekten danach hat sich ein Muster herausgeschält, das für jede Übergabe im Ad-Prozess gilt, unabhängig davon, ob am Ende ein Agent oder eine feste Automatisierung sitzt.

  1. Eine eindeutige ID pro Asset, die durch den ganzen Prozess mitgeführt wird, statt an jeder Station neu aus einem Dateinamen abgeleitet zu werden
  2. Ein Pflichtfeld pro relevantem Attribut (Markt, Sprache, Format), das ausgefüllt sein muss, bevor der nächste Schritt startet, statt eines optionalen Kommentarfelds
  3. Ein sichtbarer Fehlerzustand, wenn ein Schritt eine Information erwartet, die nicht ankam, statt eines stillen Leerwerts, der erst beim Launch auffällt
  4. Ein Log, wer oder was welchen Schritt wann ausgelöst hat, damit ein Fehler zurückverfolgt werden kann, statt neu geraten werden muss
45 Min
für 240 Ads bei SNOCKS, weil jede Übergabe ihre eigene ID und ihr eigenes Pflichtfeld hat

Was das für Multi-Country-Setups bedeutet

Bei mehreren Märkten multipliziert sich jede Schwäche in einer Übergabe automatisch. Ein fehlendes Pflichtfeld für die Sprache fällt bei einem Markt vielleicht als Einzelfall auf, bei acht Ländern parallel wird daraus ein Muster, das ganze Launches verzögert. SNOCKS managt drei Marken über acht Länder mit demselben System, ohne dass die Übergaben pro Land neu gedacht werden mussten, weil die IDs und Pflichtfelder von Anfang an marktunabhängig aufgebaut waren. Genau diese Entscheidung, früh in der Struktur statt später im Umfang zu investieren, macht den Unterschied, ob ein System mit dem Unternehmen mitwächst oder mit jedem neuen Markt neu verhandelt werden muss.

Häufige Fragen

Quellen und weiterführende Informationen

  1. Eigene Projektdaten, anonymisiert
  2. Meta Marketing API Dokumentation
  3. Google Ads API, Einstiegsdokumentation
  • KI-Agenten
  • Ad-Prozess
  • Creative Automation
  • Meta Ads

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